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Was kostet eine neue Webseite 2026 wirklich? Preise, Faktoren & relevante Tipps!

Mehrere braune Eier liegen in einem offenen Eierkarton.

Der Preis einer neuen Webseite beginnt weit vor dem ersten Layout

Um den Preis für eine neue Webseite einzuordnen, ist zunächst eine Größenordnung hilfreich. Für eine kompakte Präsenz, bei der Struktur, Texte, Bilder und gestalterische Grundlagen bereits weitgehend vorhanden sind, kann ein Betrag im niedrigen vierstelligen Bereich ausreichen. Wird eine Firmenwebseite dagegen individuell konzipiert und entstehen Positionierung, Inhalte, Suchmaschinenoptimierung, Gestaltung, mobile Ausarbeitung und technische Umsetzung innerhalb des Projekts, liegt der Aufwand schnell im mittleren bis höheren vierstelligen Bereich. Umfangreiche Seitenstrukturen, besondere Funktionen, Mehrsprachigkeit oder komplexe Integrationen können darüber hinausgehen.

Mit der Zahl der sichtbaren Seiten lässt sich diese Spannweite nur schlecht erklären. Zwei Unternehmen können jeweils eine Startseite, vier Leistungsseiten, eine Über-uns-Seite und einen Kontaktbereich benötigen. Auf beiden Angeboten stehen dann fast dieselben Seiten. Im ersten Projekt liegen bereits gute Texte vor, das Corporate Design ist definiert, professionelle Bilder sind vorhanden und die einzelnen Leistungen klar voneinander abgegrenzt. Im zweiten Projekt erklären mehrere Texte dasselbe, die wichtigste Leistung bleibt auf der bisherigen Webseite fast unsichtbar, zwei Seiten konkurrieren bei Google um ein ähnliches Thema und die vorhandenen Bilder unterstützen die gewünschte Positionierung nicht. Bevor dort ein Layout sinnvoll gestaltet werden kann, müssen Entscheidungen getroffen werden, die im ersten Projekt längst gefallen sind.

Am Ende haben beide Webseiten vielleicht sieben Hauptseiten. Der Arbeitsaufwand kann trotzdem um mehrere Dutzend Stunden auseinanderliegen. Diese Differenz erklärt, weshalb Preislisten nach dem Muster „fünf Seiten kosten X, zehn Seiten kosten Y“ nur einen sehr groben Eindruck vermitteln. Eine Seite ist keine standardisierte Mengeneinheit. Sie kann aus einem vorhandenen Text und einem wiederkehrenden Layout entstehen oder einen eigenen Suchauftrag, eine neue Argumentation, individuelle Gestaltung und mehrere fachliche Abstimmungen erfordern.

Aus meiner Projektpraxis lassen sich dennoch einige Größenordnungen ableiten. Die folgenden Werte sind weder allgemeingültige Marktpreise noch eine Preisliste. Sie zeigen, wie stark unterschiedliche Ausgangslagen den Umfang eines Projekts verändern können. Wie Inhalte, Struktur, Gestaltung und Suche bereits vor dem sichtbaren Design zusammenspielen, behandle ich ausführlicher im Bereich strategisches Webdesign. Die genannten Größenordnungen entsprechen meinem Projektstand im August 2026 und dienen der Einordnung individueller Unternehmenswebseiten, nicht als allgemeingültige Marktpreisliste.

Mögliche Größenordnungen für unterschiedliche Webseitenprojekte
Projekt Typische Ausgangslage Grobe Größenordnung
Kompakte Webseite Wenige Seiten, vorhandene Inhalte und Bilder, klare Struktur, begrenzter individueller Entwicklungsbedarf. ca. 1.500–3.500 Euro
Individuelle Firmenwebseite Eigenständige Konzeption, Content, individuelles Design, SEO, mobile Ausarbeitung und technische Umsetzung. ca. 6.000–9.000 Euro
Umfangreiches Webprojekt Viele Seitentypen, große Inhaltsmengen, Mehrsprachigkeit, besondere Funktionen, Schnittstellen oder komplexe Anforderungen. ab ca. 9.000 Euro, abhängig vom Projekt

Interessanter als die einzelnen Beträge ist die Frage, wie sie zustande kommen. Gerade bei einer individuell entwickelten Firmenwebseite steckt ein erheblicher Teil der Arbeit in Dingen, die später niemand als eigenes Element auf dem Bildschirm erkennen kann.

Zwei hölzerne Wegweiser mit den Aufschriften „TRUTH“ und „REALITY“ zeigen in unterschiedliche Richtungen

Sechs Seiten sind keine Kalkulation

Eine Anfrage für eine neue Webseite beginnt oft mit einer überraschend konkreten Vorstellung des Umfangs. Benötigt werden beispielsweise sechs Seiten: Startseite, Unternehmen, drei Leistungen und Kontakt. Diese Information ist hilfreich, für eine belastbare Kalkulation reicht sie allerdings kaum aus. Es ist ein wenig so, als würde man die Anzahl der Räume eines Hauses angeben. Erst wenn Größe, Materialien, technische Ausstattung und Ausgangszustand bekannt sind, lässt sich der tatsächliche Aufwand sinnvoll einschätzen.

Bei drei geplanten Leistungsseiten muss zunächst geklärt werden, ob die Angebote auch aus Kundensicht eindeutig voneinander getrennt sind, genügend eigene Substanz besitzen und tatsächlich unterschiedliche Suchsituationen bedienen. Ebenso relevant ist ihre Gewichtung: Manche Leistung gehört früh auf die Startseite, eine andere wird erst interessant, nachdem ein Besucher das Unternehmen grundsätzlich eingeordnet hat. Aus diesen Überlegungen kann sich ergeben, dass drei eigenständige URLs sinnvoll sind – oder dass bereits die zunächst geplante Seitenstruktur selbst noch Teil der Konzeptarbeit ist. Eine Navigation mit sechs Punkten lässt solche Entscheidungen später selbstverständlich aussehen. Während der Entwicklung können sie mehrere Stunden Arbeit auslösen.

Ähnlich verhält es sich mit der Startseite. Sie ist selten einfach eine weitere Seite derselben Größe. Dort treffen Positionierung, Informationsarchitektur, Nutzerführung und Gestaltung besonders eng aufeinander. Eine Hauptaussage muss früh verständlich sein, ohne die folgenden Inhalte vorwegzunehmen. Leistungen benötigen eine Gewichtung, Referenzen einen nachvollziehbaren Zusammenhang und der nächste Schritt darf weder zu früh noch zu spät auftauchen. Werden diese Entscheidungen erst während der Gestaltung improvisiert, entstehen häufig mehrere Schleifen, weil jedes verschobene Element Auswirkungen auf andere Bereiche hat.

Die Menge des vorhandenen Inhalts ist ebenfalls kein verlässlicher Maßstab für den Aufwand. Zehn Seiten Text können die Arbeit erheblich erleichtern, wenn sie präzise formuliert und fachlich gegliedert sind. Dieselben zehn Seiten verursachen zusätzliche Arbeit, wenn Inhalte mehrfach vorkommen, überwiegend aus interner Unternehmenssicht geschrieben wurden oder mehrere Themen auf einer URL zusammenlaufen, die für Besucher und Suchsysteme besser getrennt werden sollten. Vorhandenes Material besitzt damit keinen festen Geldwert. Sein Wert für das Projekt hängt davon ab, wie nah es bereits an der Aufgabe der neuen Webseite liegt.

Bei einem Relaunch kommt eine weitere Ebene hinzu. Eine bestehende Webseite hat möglicherweise Rankings, Backlinks, indexierte URLs und Inhalte, die seit Jahren gefunden werden. Ein neues Design darf diese Struktur nicht gedankenlos ersetzen. Seiten können zusammengeführt, URLs verändert oder Inhalte neu eingeordnet werden. Was gestalterisch wie ein sauberer Neustart aussieht, erfordert im Hintergrund mitunter mehr Planung als eine Webseite, die tatsächlich bei null beginnt.

Wo 80 bis 90 Stunden für eine Firmenwebseite bleiben

Meiner Erfahrung nach sind für eine Firmenwebseite mit etwa fünf bis sieben Hauptseiten 80 bis 90 qualifizierte Arbeitsstunden keineswegs ungewöhnlich, sofern wesentliche Teile des Projekts neu entwickelt werden. Diese Zeit verteilt sich nicht nach einem festen Schema. Bei einem Unternehmen liegt der Schwerpunkt im Content, bei einem anderen in der Gestaltung, während bei einem dritten eine ungewöhnliche Seitenarchitektur oder technische Funktion erheblich mehr Zeit beansprucht. Eine pauschale Aufteilung nach dem Muster „60 Prozent Content und SEO, 40 Prozent Design und Technik“ würde dieser Realität kaum gerecht.

Am Anfang steht meist eine Phase, die auf der fertigen Webseite nicht mehr zu sehen ist. Vorhandene Inhalte werden gelesen, Leistungen eingeordnet, Wettbewerber und Suchsituationen betrachtet und Aussagen auf ihre Bedeutung für Außenstehende geprüft. Manche Entscheidung ist nach wenigen Minuten klar, andere zieht mehrere Bereiche des späteren Internetauftritts nach sich. Werden beispielsweise zwei bisher getrennte Leistungen auf einer gemeinsamen Seite zusammengeführt, verändert das Navigation, interne Verlinkung, Content und möglicherweise auch die geplante Startseite. Erhält ein wichtiges Thema dagegen eine eigene URL, braucht diese Seite genügend Eigenständigkeit, um ihre Aufgabe wirklich erfüllen zu können.

Erst auf dieser Grundlage lässt sich die Gestaltung präziser entwickeln. Ein individueller Hero ist keine austauschbare Fläche für Überschrift, Unterzeile und Button. Seine Proportionen hängen von der Aussage ab, seine Bildsprache vom Unternehmen. Bei der mobilen Variante entscheidet sich zusätzlich, welche Information unter erheblich engeren Platzverhältnissen zuerst sichtbar bleiben soll. Dasselbe gilt für Leistungsbereiche, Projektmodule, Textstrecken, Kontaktpunkte und Übergänge zwischen verschiedenen Themen. Wiederkehrende Gestaltungsmuster sparen Zeit, ohne dass alle Seiten gleich aussehen müssen. Individuelle Elemente benötigen mehr davon, wenn sie für das jeweilige Projekt einen nachvollziehbaren Zweck erfüllen.

Währenddessen entsteht oder verändert sich der Content. Texte werden selten in einem einzigen Durchgang geschrieben und anschließend unverändert eingesetzt. Eine Überschrift, die im Dokument gut funktioniert, kann im Layout zu viel Raum beanspruchen. Während der Gestaltung zeigt sich vielleicht, dass ein wichtiger Gedanke im Text zu spät erscheint. Ein Projektbeispiel liefert einen stärkeren Einstieg als die ursprünglich geplante allgemeine Erklärung. Gestaltung beeinflusst den Text, der Text wiederum die Gestaltung, und auf dem Smartphone kann sich nochmals eine andere Gewichtung ergeben.

Im weiteren Verlauf folgen technische Umsetzung, responsive Anpassungen, Formulare, Bilder, Ladeverhalten, interne Links, Metadaten und die Prüfung der fertigen Seiten. Manche dieser Arbeiten dauern nur wenige Minuten, ihre Summe ist beträchtlich. Auf einem großen Bildschirm ist beispielsweise nicht zu erkennen, wie viele Entscheidungen notwendig waren, damit dieselbe Seite bei einer Breite von 390 Pixeln weiterhin funktioniert. Elemente werden dort nicht einfach kleiner. Reihenfolgen verändern sich, Abstände benötigen andere Verhältnisse und ein visueller Effekt, der auf dem Desktop sinnvoll ist, kann mobil seinen Zweck verlieren.

Bei einem kalkulatorischen Stundensatz von 95 Euro ergeben 80 Stunden 7.600 Euro und 90 Stunden 8.550 Euro. Damit wird eine Projektgröße verständlicher, die als pauschales Angebot zunächst hoch erscheinen kann. Der Betrag basiert nicht auf einem fiktiven Preis pro Unterseite, sondern auf der erwarteten Arbeitszeit für das gesamte Projekt. Wer einen solchen Stundensatz unabhängig einordnen möchte, findet im Freelancer-Kompass von freelancermap umfangreiche Marktdaten zu den Honoraren selbstständiger Fachkräfte.

Ein Projektpreis muss trotzdem nicht als einfache Multiplikation von Arbeitsstunden und Stundensatz auf der Rechnung erscheinen. Kunden möchten vor Beginn wissen, welches Budget sie einplanen können, weshalb ein fester Projektpreis häufig die angenehmere Lösung ist. Im Hintergrund bleibt die Zeitschätzung wichtig. Sie verhindert, dass eine scheinbar kleine Webseite zu niedrig oder ein überschaubares Projekt unnötig hoch kalkuliert wird.

Content, Design und SEO lassen sich auf einem Angebot leichter trennen als in der Arbeit

Webdesign-Angebote zerlegen Projekte häufig in einzelne Leistungsbereiche. Das schafft Übersicht: Konzeption, Design, Texterstellung, SEO, Entwicklung und gegebenenfalls Bildbearbeitung werden getrennt aufgeführt. Während des Projekts sind diese Grenzen wesentlich durchlässiger. Eine Entscheidung im SEO kann die Seitenstruktur verändern, die neue Struktur beeinflusst den Content und ein umfangreicherer Inhalt benötigt möglicherweise ein anderes Layout. Die Rechnung darf diese Leistungen trennen. Auf der Webseite müssen sie miteinander funktionieren.

Content verändert den Aufwand schon vor dem ersten geschriebenen Satz

Professionelle Texterstellung bedeutet mehr, als vorhandene Stichpunkte sprachlich ansprechender zu formulieren. Bei vielen Projekten muss zunächst verstanden werden, welche Informationen für Menschen wichtig sind, die das Unternehmen noch nicht kennen. Interne Begriffe klingen im eigenen Arbeitsalltag selbstverständlich und können außerhalb der Branche kaum verständlich sein. Leistungen, die sich für das Unternehmen deutlich unterscheiden, erscheinen für Kunden möglicherweise nahezu identisch. Andere Besonderheiten werden intern als normal wahrgenommen und besitzen aus Kundensicht gerade deshalb einen hohen Wert.

Hinzu kommt die Frage nach Belegen. Wenn eine Webseite Erfahrung, Spezialisierung oder eine besondere Arbeitsweise hervorhebt, entsteht Glaubwürdigkeit nicht durch die häufigere Wiederholung dieser Begriffe. Projekte, nachvollziehbare Beispiele, Zertifizierungen, externe Quellen oder konkrete Erfahrungen geben einer Aussage Substanz. Solches Material muss recherchiert, ausgewählt und an der passenden Stelle eingebunden werden. Ein guter Text wird dadurch nicht zwangsläufig länger. Oft gewinnt er an Präzision, weil allgemeine Behauptungen durch konkrete Informationen ersetzt werden.

Wer von Anfang an hochwertige Texte liefert, reduziert einen erheblichen Teil dieser Arbeit. Darin liegt einer der Gründe, weshalb zwei optisch ähnlich große Webseiten preislich weit auseinanderliegen können.

Individuelles Design kostet Zeit, weil Entscheidungen nicht wiederholt werden können

Ein Template ist keine minderwertige Lösung. Für klar umrissene Projekte kann es wirtschaftlich sinnvoll sein, auf ein bestehendes Gestaltungssystem zurückzugreifen und die gewonnene Zeit stärker in Inhalte oder Technik zu investieren. Problematisch wird ein vorgefertigter Rahmen, sobald sich das Unternehmen ihm anpassen muss, obwohl seine Inhalte eine andere Gewichtung verlangen.

An dieser Stelle beginnt für mich individuelles Webdesign. Eine vorhandene Markenwelt kann aufgenommen, erweitert oder für digitale Anwendungen neu interpretiert werden. Typografie, Flächen, Bilder und Bewegung entwickeln eine visuelle Hierarchie, die zur Aussage des Unternehmens passen soll. Nicht jede Unterseite benötigt ein neues Design. Gerade die Wiederholung sinnvoller Gestaltungsmuster erzeugt Orientierung. Die eigentliche Arbeit besteht darin, festzulegen, welches Muster gebraucht wird und an welcher Stelle eine Abweichung einen echten Mehrwert besitzt.

Mehr Animationen oder gestalterische Effekte sind daher kein verlässlicher Hinweis auf den Wert einer Webseite. Ein aufwendig entwickelter Effekt kann seinen Preis wert sein, wenn er eine Marke prägt oder einen Inhalt verständlicher macht. An anderer Stelle wäre derselbe Aufwand eine teure Ablenkung. Qualifizierte Arbeitszeit zeigt sich manchmal in einem Element, das entwickelt wurde, und manchmal in der Entscheidung, es wegzulassen.

SEO beeinflusst Kosten, bevor Meta-Titel geschrieben werden

Suchmaschinenoptimierung wird häufig auf Keywords, Seitentitel und technische Einstellungen reduziert. Für die Kalkulation einer neuen Webseite ist der Prozess davor interessanter. Besitzt eine Leistung einen eigenständigen Suchauftrag, kann daraus eine eigene Seite entstehen. Beantworten zwei geplante Unterseiten nahezu dieselbe Frage, muss geklärt werden, welche davon das Thema führen soll. Bei einem Relaunch kann eine bereits etablierte URL wichtiger sein als eine neue Struktur, die aus rein gestalterischer Perspektive attraktiver erscheint.

Die SEO-Arbeit beeinflusst damit teilweise schon den Umfang des Projekts. Recherche, Suchintention, bestehende Rankings, interne Verlinkung und Themenarchitektur wirken auf die Frage zurück, welche Inhalte überhaupt benötigt werden. Auf meiner Seite über erfolgreiches SEO gehe ich ausführlicher darauf ein, wie diese Bereiche zusammenspielen.

Auch die Verlinkung innerhalb einer Webseite gehört zu dieser strukturellen Arbeit. Google beschreibt in seinem offiziellen SEO-Startleitfaden, dass aussagekräftige Linktexte Menschen und Suchmaschinen dabei helfen, den Inhalt einer verlinkten Seite bereits vor dem Aufruf besser einzuordnen. Bei gewachsenen Webseiten mit vielen ähnlichen Themen kann die Analyse dessen, was erhalten, zusammengeführt oder neu verbunden werden sollte, genauso wichtig sein wie die Planung neuer Inhalte.

Blauer Kinderspielzeug Schraubenschlüssel und 2 blaue und eine rote Schraube aus Plastik

Werkzeuge werden schneller – eine gute Webseite wird dadurch nicht automatisch zum Schnellprojekt

Page Builder, fertige Designsysteme und generative KI haben die Produktionsseite des Webdesigns erheblich verändert. Layoutvarianten lassen sich schneller ausprobieren, bei klar umrissenen Aufgaben kann Code unterstützt erzeugt werden und eine erste Textstruktur steht innerhalb kurzer Zeit. Es wäre unrealistisch, diese Entwicklung bei der Kalkulation zu ignorieren. Arbeitsschritte, die früher mehrere Stunden in Anspruch nahmen, lassen sich heute teilweise deutlich effizienter erledigen.

Bei anspruchsvolleren Projekten verlagert sich ein Teil dieser eingesparten Produktionszeit auf Auswahl und Bewertung. Wenn innerhalb einer Stunde zwanzig mögliche Hero-Ideen entstehen, liegt die eigentliche Leistung nicht in der Produktion aller zwanzig Varianten. Eine davon muss zum Unternehmen, zum restlichen Internetauftritt und zu den Erwartungen der Besucher passen. Die Zahl möglicher Varianten wächst schneller als die Zahl der Positionierungen, die ein Unternehmen dauerhaft glaubwürdig vertreten kann.

Ähnliches zeigt sich beim Content. KI kann einen umfangreichen Entwurf liefern, kennt jedoch nicht automatisch die Aussage aus einem Kundengespräch, die für das Angebot besonders relevant war. Sie weiß ohne entsprechenden Kontext ebenso wenig, welche Behauptung sich durch ein reales Projekt belegen lässt oder ob ein vorgeschlagenes Thema auf der bestehenden Webseite bereits von einer anderen URL abgedeckt wird. Wird ein solcher Entwurf ungeprüft veröffentlicht, spart das zunächst Produktionszeit. Wird er fachlich eingeordnet, mit realen Erfahrungen verbunden und sauber in die bestehende Struktur integriert, verschiebt sich ein Teil der Arbeit von der Erzeugung zur Bewertung.

Für einfache Projekte ist diese Entwicklung ein echter Preisvorteil. Eine kleine digitale Präsenz lässt sich effizienter erstellen, wenn keine umfangreiche strategische Arbeit erforderlich ist. Bei anspruchsvolleren Firmenwebseiten nimmt dagegen der Anteil der Entscheidungen gegenüber der reinen Produktion zu. Das Werkzeug beeinflusst den Aufwand, übernimmt aber nicht die Einordnung dessen, was für das jeweilige Unternehmen tatsächlich gebraucht wird.

Eine günstige Webseite kann wirtschaftlich die bessere Webseite sein

Die Diskussion über Webseitenpreise bekommt schnell einen merkwürdigen Unterton. Günstig wird mit schlecht gleichgesetzt, teuer mit professionell. Diese Gleichung greift zu kurz. Eine Webseite ist wirtschaftlich sinnvoll, wenn Aufwand und Aufgabe zueinander passen.

Ein neu gegründetes Unternehmen, das seine ersten Kunden fast ausschließlich über persönliche Kontakte gewinnt, benötigt möglicherweise zunächst eine klare digitale Präsenz mit wenigen Informationen und einem verlässlichen Kontaktweg. Die Leistungen verändern sich noch, die Positionierung ist nicht vollständig ausgereift und größere SEO-Investitionen hätten in dieser Phase wenig Nutzen. Unter solchen Voraussetzungen können 8.000 Euro für einen umfangreichen Internetauftritt schlechter investiert sein als 2.500 Euro für eine saubere, bewusst begrenzte Lösung.

Ein anderer Betrieb gewinnt einen erheblichen Teil seiner Anfragen über Google, bietet erklärungsbedürftige Leistungen an und konkurriert mit mehreren etablierten Anbietern. Seine Firmenwebseite übernimmt damit eine völlig andere wirtschaftliche Aufgabe. Es kann teuer werden, am Anfang 3.000 Euro zu sparen, wenn wichtige Inhalte fehlen, bestehende Rankings verloren gehen oder nach wenigen Monaten erneut an Struktur und Technik gearbeitet werden muss.

Zwischen diesen beiden Situationen liegen zahlreiche Abstufungen. Nicht jedes Unternehmen benötigt einen Blog. Nicht jede Leistung erfordert eine eigene Landingpage. Nicht jeder Internetauftritt muss mit individuellen Animationen auffallen. Auch eine technisch komplexere Lösung besitzt keinen höheren Wert, wenn eine einfachere dieselbe Aufgabe zuverlässig erfüllt.

Ein hohes Budget ist umgekehrt ebenfalls kein Erfolgsversprechen. Wenn das Angebot unklar bleibt, Bilder und Texte nicht zum Unternehmen passen oder die Seite Menschen erreicht, deren Anliegen kaum zum Angebot passen, kann selbst ein fünfstelliger Internetauftritt seine wirtschaftliche Aufgabe verfehlen. Geld vergrößert die verfügbaren Möglichkeiten. Gute Entscheidungen entstehen daraus nicht automatisch.

Studioleuchten und weitere technische Ausrüstung stehen vor einem weißen Hintergrund.

Warum Angebote für dieselbe Webseite mehrere Tausend Euro auseinanderliegen können

Wer mehrere Webdesign-Angebote einholt, erlebt häufig erhebliche Preisunterschiede. Ein Anbieter verlangt vielleicht 3.500 Euro, ein anderer 6.000 und ein dritter 9.000 Euro. Aus Kundensicht sieht es zunächst so aus, als würden drei Unternehmen denselben Gegenstand vollkommen unterschiedlich bewerten. In vielen Fällen unterscheiden sich jedoch die angebotenen Leistungen erheblich.

Im günstigsten Angebot liefert der Kunde beispielsweise sämtliche Texte und Bilder, die Seitenstruktur steht fest und das Design entsteht innerhalb eines bestehenden Systems. Im zweiten Angebot werden Inhalte überarbeitet, eine eigene visuelle Richtung entwickelt und mobile Ansichten individuell angepasst. Der dritte Anbieter übernimmt zusätzlich Recherche, Suchmaschinenoptimierung, Bildkonzeption, Migration bestehender Inhalte und die Prüfung der bisherigen URLs. Alle drei Ergebnisse können am Ende dieselben sieben Menüpunkte besitzen.

Auch Begriffe wie „SEO inklusive“ oder „individuelles Design“ schaffen allein kaum Vergleichbarkeit. Hinter SEO können lediglich Meta-Titel und einige technische Grundeinstellungen stehen oder eine Recherche, die bereits beeinflusst, welche Seiten gebaut und wie Inhalte verteilt werden. Beim individuellen Design reicht das Spektrum von der Anpassung vorhandener Farben und Schriften bis zur Entwicklung eigener Seitentypen und visueller Prinzipien.

Ein gutes Angebot macht diese Unterschiede verständlich, ohne vom Auftraggeber Webdesign-Fachwissen zu verlangen. Erkennbar sein sollte, wer die Seitenstruktur entwickelt, woher die Texte kommen, wie mit vorhandenen Rankings und URLs umgegangen wird und welchen Stellenwert die mobile Ausarbeitung besitzt. Ebenso wichtig sind die enthaltenen Funktionen und die Regelung für Anforderungen, die möglicherweise erst im Verlauf des Projekts sichtbar werden. Erst mit diesen Informationen lässt sich beurteilen, ob zwei Angebote tatsächlich dieselbe Leistung beschreiben.

Auch die Organisationsform beeinflusst den Preis. Eine größere Agentur verteilt Aufgaben auf mehrere Spezialisten und hat entsprechende interne Abstimmungs- und Betriebskosten. Ein inhabergeführtes Studio kann viele Entscheidungen direkter treffen, verfügt dafür nicht über jede Spezialkompetenz im eigenen Haus. Ein Freelancer, der ausschließlich Gestaltung und technische Umsetzung übernimmt, kalkuliert anders als jemand, der zusätzlich Verantwortung für Content und SEO trägt. Keine dieser Organisationsformen ist allein aufgrund ihrer Größe überlegen. Entscheidend ist, welche davon zur Aufgabe passt und welche Verantwortung tatsächlich übernommen wird.

Ein Preisvergleich wird erst sinnvoll, wenn die Leistung hinter den einzelnen Positionen sichtbar wird.

Laufende Kosten sind etwas anderes als die Kosten für die Erstellung

Nach dem Launch einer neuen Webseite entstehen weitere Ausgaben, die von der ursprünglichen Projektsumme getrennt betrachtet werden sollten. Domain und Hosting müssen weiterhin bezahlt werden, für Software oder bestimmte Dienste können Lizenzkosten anfallen und die technische Pflege benötigt je nach System regelmäßige Aufmerksamkeit. Bei manchen Unternehmen kommt eine dauerhafte inhaltliche Weiterentwicklung hinzu, während die Webseite bei anderen über längere Zeit weitgehend stabil bleibt.

Eine jährliche Hostingrechnung ist etwas anderes als die Erstellung einer neuen Leistungsseite. Ein Plugin-Update ist keine Content-Strategie und die technische Sicherung eines Systems entspricht keiner laufenden SEO-Betreuung. Werden all diese Arbeiten unter einem einzigen Begriff wie „Webseitenpflege“ zusammengefasst, lässt sich später schwer erkennen, wofür tatsächlich bezahlt wird.

Für die Budgetplanung hilft eine klare Trennung. Die Erstellung finanziert den neuen Internetauftritt, der technische Betrieb hält ihn erreichbar und funktionsfähig, während die Weiterentwicklung Inhalte, Gestaltung, SEO oder Funktionen verändert. Ein Unternehmen kann in einen hochwertigen Relaunch investieren und anschließend nur geringe laufende Arbeiten benötigen. Bei einer anderen Webseite gehört regelmäßige Weiterentwicklung von Beginn an zur Aufgabe, weil neue Projekte, Themen oder Leistungen hinzukommen.

Einen allgemeingültigen Idealbetrag gibt es auch dafür nicht. Ausschlaggebend ist, welche Arbeiten tatsächlich anfallen und ob sie von Anfang an transparent von den einmaligen Projektkosten getrennt wurden.

Was sich vor einer Anfrage bereits klären lässt

Für eine erste Kosteneinschätzung benötigt ein Webdesigner weder eine fertige Sitemap noch ein detailliertes technisches Lastenheft. Wesentlich hilfreicher ist ein klares Bild der Ausgangslage. Dazu gehört die Bedeutung der Webseite für die Gewinnung neuer Kunden ebenso wie die Frage, welche Inhalte und Bilder bereits vorhanden sind. Bei einem Relaunch spielen bestehende Rankings und erhaltenswerte Inhalte eine Rolle, bei einem neuen Auftritt eher die Zahl tatsächlich unterschiedlicher Leistungen und der Umfang der dafür notwendigen inhaltlichen Arbeit. Besondere Funktionen oder Integrationen verändern die Kalkulation zusätzlich. Aus diesen Informationen lässt sich wesentlich mehr ableiten als aus einer vorab festgelegten Zahl von Menüpunkten.

Auch das Budget darf offen angesprochen werden. Es verändert nicht den Preis derselben Leistung, kann aber die Planung der Lösung beeinflussen. Wenn beispielsweise 4.000 Euro für ein Projekt verfügbar sind, kann eine klare Priorisierung besser sein als ein Angebot über 8.000 Euro, das finanziell ohnehin nicht infrage kommt. Vielleicht werden zunächst weniger Seiten entwickelt, vorhandene Texte übernommen oder eine besondere Funktion auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Ein begrenztes Budget zwingt nicht zu schlechter Arbeit. Es verlangt eine präzisere Entscheidung darüber, welche Arbeit zuerst den größten Wert besitzt.

Ein größeres Budget sollte ebenso wenig unnötigen Umfang erzeugen. Wenn fünf Seiten ausreichen, werden zehn Seiten nicht besser, nur weil sie finanzierbar wären. Eine sinnvolle Kalkulation versucht weder möglichst viele Positionen in ein Angebot zu packen noch einen künstlich niedrigen Einstiegspreis zu erzeugen. Sie übersetzt die Aufgabe in einen realistischen Arbeitsumfang.

Eine einzelne dunkle Tür befindet sich in einer großen hellen Wandfläche.

Was kostet eine neue Webseite wirklich?

Die Frage nach dem Preis lässt sich beantworten, obwohl es keinen verbindlichen Tarif für Webseiten gibt. Eine kompakte Präsenz mit weitgehend vorhandenen Inhalten kann im niedrigen vierstelligen Bereich sinnvoll umgesetzt werden. Bei einer individuell entwickelten Firmenwebseite, für die Struktur, Inhalte, Gestaltung, Suchmaschinenoptimierung, mobile Darstellung und technische Umsetzung neu erarbeitet werden, sind 6.000 bis 9.000 Euro eine nachvollziehbare Größenordnung. Sobald ein Projekt deutlich größer wird oder besondere technische Anforderungen hinzukommen, kann der Aufwand entsprechend darüber liegen.

Die reine Zahl sagt wenig über die Qualität eines Angebots aus. Ein Projekt für 8.000 Euro ist nicht automatisch besser als eines für 4.000 Euro. Die Differenz wird interessant, sobald erkennbar ist, welche Arbeit, Erfahrung und Verantwortung darin enthalten sind. Bei einer Webseite mit fünf bis sieben Hauptseiten können 80 bis 90 Stunden sehr gut begründbar sein. In einem anderen Projekt wären dieselben Stunden überdimensioniert, weil wesentliche Grundlagen bereits vorhanden sind.

Für mich bleibt qualifizierte Zeit die plausibelste Verbindung zwischen Leistung und Preis. Nicht jede Stunde erzeugt ein neues sichtbares Element. Manche klärt die Aufgabe einer Seite, verhindert eine falsche SEO-Struktur, verbessert einen bereits guten Text oder führt zu der Entscheidung, einen geplanten Abschnitt vollständig wegzulassen. Gerade diese unsichtbaren Entscheidungen bestimmen häufig, ob ein Internetauftritt nach dem Launch als Ganzes funktioniert.

Eine neue Webseite kostet am Ende so viel, wie an sinnvoller Arbeit für ihre tatsächliche Aufgabe benötigt wird. Die Seitenzahl liefert dafür einen ersten Hinweis. Die wirkliche Kalkulation beginnt dort, wo geklärt wird, was auf diesen Seiten geschehen soll.

Wer einen bestehenden Internetauftritt ersetzen oder eine neue Firmenwebseite aufbauen möchte, kann über die Anfrage für eine neue Webseite die Ausgangslage beschreiben. Für eine erste Einschätzung sind keine fertigen Konzepte notwendig. Wesentlich hilfreicher ist es zu wissen, welche Aufgabe die neue Webseite übernehmen soll, welche Grundlagen bereits vorhanden sind und an welchen Stellen der bisherige Internetauftritt diese Aufgabe nicht mehr erfüllt.

Weitere Perspektiven auf Webdesign, Wirkung und Sichtbarkeit

Ein einzelner Beitrag zeigt stets nur einen Ausschnitt. Webdesign entsteht aus vielen Entscheidungen: Sprache, Wahrnehmung, Suchintention, Struktur, Vertrauen und technische Umsetzung sind dabei wichtige Faktoren. Die folgenden Beiträge vertiefen einzelne Aspekte und zeigen, wie sich durch die Verbindung von Gestaltung, Inhalt und Strategie ein erfolgreicher Internetauftritt entwickeln lässt.