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sceen.fm - Webradio, Jingles und DJ-Mixe

sceen.fm – die Geschichte eines Webradios

sceen.fm war sieben Jahre lang mein Projekt und mein eigenes Unternehmen. Von 2010 bis 2017 habe ich das Webradio, den Musikblog und die Podcast-Plattform aufgebaut und betrieben. Mit internationalen DJ-Sets, eigenen Radioshows und einem unverwechselbaren Jingle habe ich daraus eine digitale Marke mit jährlich mehr als 1,2 Millionen Seitenbesuchern gemacht.

Irgendwann verstummte der Sender. Geblieben sind Aufnahmen, Erinnerungen und die Erfahrung, aus der später auch 4Bullmann hervorging. Diese Seite ist mein digitaler Nachruf auf sceen.fm.

 it`s electronic music

BY

sceen.fm
jingle

Der Jingle, der sceen.fm eine Stimme gab

Screen.fm begann als meine Idee und entwickelte sich zu einer internationalen Adresse für elektronische Musik. DJs, Produzenten und Labels schickten ihre Sets, eigene Radioshows gingen auf Sendung und zeitweise erreichte die Plattform mehr als 1,2 Millionen Seitenbesucher pro Jahr.

Auch der Sender selbst bekam eine Stimme: Emma Lanford sprach den sceen.fm-Jingle ein. Sie ist eine der Stimmen von Mousse T.s Welthit „Horny“ und arbeitete über Jahre hinweg mehrfach mit ihm zusammen.

Dass ausgerechnet sie den Namen sceen.fm sprach, war mehr als eine prominente Besetzung. Es war der Moment, in dem aus einem unabhängigen Webradio eine Marke mit einem eigenen Klang wurde.

Heute sendet sceen.fm nicht mehr. Aber sobald das Intro beginnt und Emma Lanford den Namen spricht, ist diese Zeit für ein paar Sekunden wieder da.

chwarz-weiß-rotes Veranstaltungsplakat der Highgrade Our Thing Tour 2008 mit Sven Bullmann im Line-up

Highgrade presents -our thing tour 2006

Highgrade war damals eines der prägenden Labels des Berliner Undergrounds. Für sceen.fm war es ein echtes Ziel, das Label exklusiv ins Programm zu holen – und wir mussten dafür durchaus Überzeugungsarbeit leisten. Mit Traum Schallplatten, Plastic City und weiteren großen Namen waren bereits starke Partner an Bord. Highgrade fühlte sich trotzdem noch einmal wie der Jackpot an.

Umso besonderer war die Einladung zur Our Thing Tour 2008, bei der ich gemeinsam mit format:B auflegte. Für mich war das mehr als ein weiterer Termin: Es war der Moment, in dem sichtbar wurde, welchen Platz sich sceen.fm in der elektronischen Musikszene erarbeitet hatte. Für diese Einladung bin ich Highgrade bis heute dankbar.

Veranstaltungsplakat der Hed Kandi Official Club Summer Tour 2007 mit Sven Bullmann im Line-up des Mediterranean Summer Garden.

official hed kandi summer tour 2007

Was Hed Kandi in diesen Jahren veröffentlichte, war außergewöhnlich: House in seiner glänzendsten Form, voller Vocals, großer Melodien und einer Ästhetik, die man nach wenigen Sekunden erkannte. Nicht Underground – aber stilistisch ein Global Player der Spitzenklasse.

Als wir Hed Kandi für sceen.fm gewinnen konnten, war das ein Wendepunkt. Dieser Name im Programm bedeutete für uns: sceen.fm hatte sich endgültig einen Platz unter den international relevanten Webradios für elektronische Musik erarbeitet. Nach meiner Erinnerung waren wir damals der einzige reine Websender weltweit, auf dem Hed Kandi vertreten war.

Die Einladung zur Official Club Summer Tour 2007 machte diesen Erfolg persönlich. Ich durfte als Sven Bullmann im Mediterranean Summer Garden auflegen – in einer Zeit, in der aus einer großen Idee längst ein Sender geworden war, den selbst die wichtigsten Namen der Szene ernst nahmen.

Historischer Screenshot von play.fm mit DJ-Sets von A.Cue, dem späteren Künstlernamen von Sven Bullmann, sowie weiteren elektronischen Musikformaten

Mit sceen.fm hatte ich natürlich die Möglichkeit, mir selbst eine Radioshow zu geben. Rückblickend war das weniger Luxus als eine Schwäche: Ich war gut darin, Labels, Produzenten, Agenturen und Manager für den Sender zu gewinnen – aber deutlich zurückhaltender, wenn es darum ging, mich selbst sichtbar zu machen.

In der Szene war ich deshalb kaum bekannt, obwohl viele Menschen hinter den Kulissen meinen Namen kannten. Umso mehr bedeutete es mir, dass play.fm einzelne Shows übernahm und plötzlich zwei meiner Mixe in den Empfehlungen auftauchten. Zwischen all den etablierten Namen fühlte sich das wie eine kleine, sehr persönliche Bestätigung an.

Einer dieser Mixe enthält irgendwann einen ziemlich deutlichen Fehler. Aber genau das gehört dazu: echtes Beatmatching, zwei Ohren, keine automatische Korrektur und kein Sync-Button. Nicht perfekt – aber ehrlich